Mein kitschiges Bild
Dieses kleine Bild oben auf einer Leinwand 30x30 habe ich gemalt in einem Kurs für Acrylmalen der Vhsch Hamburg. Ich finde es äusserst kitschig, da es eigentlich nicht meine Art ist, so konservativ und in solchen Bonbonfarben zu malen. Da aber in diesem Kurs alle ziemlich "brav und artig" malen und einige sich gar bemühen, ein Foto genauestens abzukupfern, habe ich mich wohl irgendwie angepasst.
Dazu muss ich sagen, dass ich ja am liebsten alleine in meinem Keller (hat Beleuchtung und Heizung, aber keinen Wasseranschluss) vor mich hinmale, während es mich in solch einem Malkurs immer nervös macht, wenn die Dozentin dauernd hinter mir steht, um mir Ratschläge zu geben. Das bringt mich jedesmal aus meiner Konzentration an dem Bild. Unsere Kursleiterin ist zwar ein ungewöhnlich netter Mensch, immer voller Begeisterung für alles, was sie tut. Und sie ist nicht nur Künstlerin, sondern auch Naturschützerin und engagiert sich für den BUND. Ihre Begeisterung stört mich weniger als ihre in meinen Augen übertrieben positive Einstellung zu unseren "Kunstwerken". Da sie selbst viel Geschmack hat, das zeigen mir ihre eigenen Arbeiten, kann ich nicht wirklich glauben, dass sie ehrlich alles so gut findet, was wir produzieren. Aber sie tut so, als ob. Vielleicht, weil sie denkt, dass man so die Leute am besten an sich bindet. Nun ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn man den Leuten Mut machen will, indem man sie lobt. In einem anderen Kurs verfolgte die Dozentin genau die gegenteilige Strategie, sie kritisierte viel mehr als dass sie lobte. Allerdings, so muss ich sagen, malte in diesem Kurs auch keiner nach einem Foto oder brav und artig, es wurden da einfach originellere Sachen produziert. Keine Ahnung, ob es daran lag, dass soviel kritisiert wurde oder daran, dass da von vornherin überaus kritische Menschen teilnahmen. Und die kritische Dozentin, die selbst keinen Widerspruch vertrug, sie war auf ihre Weise ebenso beliebt wie meine jetzige "harmonische" Dozentin.
Bei der ich, glaube ich, doch letztes Mal angeeckt bin, weil ich, als sie mein Bild hochhob, um es den anderen zu zeigen (mit den üblichen Lobesworten) sagte, dass ich es kitschig fände.
Da ich häufig meine (nicht andere) Arbeiten kritisiere, brach sie dann endlich in den Ausruf aus: Du bist ja nie zufrieden, was sollen wir nur mit dir machen...
Ja, da kam ich mir wie eine rechte Miesekatze vor.
Also Leute, ich glaube, ich bin in einem Harmonisierungskurs doch nicht so gut aufgehoben und male vielleicht doch besser allein in meinem Keller.
Andererseite, male ich alleine vor mich hin, bin ich zwar ungestört, aber es fehlen mir
doch die Anregungen und Vergleiche.
Yep (wie Regina immer schreibt), um es hier mal harmonisch ausklingen zu lassen:
Ich wünsche alles, die hier lesen, eine schöne Woche, mit dem Hintergedanken dabei im Kopf, dass Ihr das Wiederlesen hier nie vergesst.
Diese beiden Bilder entsprechen eher dem, was ich sonst so produziere:.