Donnerstag, 19. November 2009

Johnny

Neulich habe ich doch etwas wirklich Gutes bei Aldi erwischt, eine Musik DVD, den Mitschnitt eines Konzertes von Johnny Cash, The Man in Black, dem wohl berühmtesten Country-Sänger der Welt. Titel der DVD: Johnny Cash, Live at Montreux 1994. Kaufte diese DVD für ungefähr neun Euro und sah später, dass sie bei Amazon viel teurer war. Nicht dass mir Johnny Cash nicht auch zwanzig Euro wert gewesen wäre...
Wenn ich daran denke: Früher liebte ich die Songs von Johnny Cash und war immer ganz verzaubert von dieser Stimme wie Samt und Seide.
Einer meiner Lieblingssongs war oder ist I Walk The Line.

Aber natürlich bin ich heute noch verzaubert von dieser Stimme. Hier unten der gleiche Song noch einmal, in einer anderen Aufnahme. Leider ist die Aufnahmequalität bei beiden Videos miserabel, die Stimme von Cash wird von der Musik zugedeckt, kommt nicht richtig raus aus dem Hintergrund, nur wenn er direkt vor dem Mikrofon steht.



Noch mehr von Johnny Cash:

Klick

Dienstag, 17. November 2009

Tierfreund Robert Enke

Millionen weinen mit Teresa titelte gestern die Hamburger Morgenpost und berichtete, dass vierzigtausend Trauergäste bei der Beerdigung Robert Enkes dabei waren und Millionen am Bildschirm geweint hätten.

Der Medienrummel zeigt volle Wirkung und mobilisierte die Massen. Robert Enke erhielt ein Begräbnis wie ein Staatsoberhaupt.

Ich glaube nicht, dass Enke, der privat eher ein zurückhaltender Mensch gewesen sein soll, mit diesem Rummel einverstanden gewesen wäre.

Die einzig echten Tränen bei dieser Beerdigung waren sicher die seiner Frau, die alles getan hat, um ihrem Mann zu helfen.

Was kaum erwähnt wurde bei all dem, was über den Torwart Robert Enke in den Zeitungen stand, dass er auch ein grosser Tierschützer und Peta-Unterstützer war. Peta hat mit ihm einen seiner engagiertesten Mitglieder verloren.

Man sagt, dass ein depressiver Mensch, wie Enke einer war, keine Freude mehr am Leben hat, dass ihm alles gleichgültig wird, dass er innerlich tot ist. Aber wenn man liest, wie sehr Robert Enke an seiner verstorbenen Tochter gehangen hat und wie er voller Angst war, auch seine Adoptivtochter könnte ihm wegen seiner Depression genommen werden, kann man sich bei ihm nicht vorstellen, dass er innerlich tot und leer war. Wahrscheinlich litt er eher an einem Übermass an Gefühl, an wachsenden Ängsten, verstärkt noch durch die jahrelange Einnahme von Psychopharmaka, die letzten Endes seine Ängste noch verstärkt haben müssen, bis er sie nicht mehr ertrug.

So wählte er den Freitod.

Mittwoch, 11. November 2009

Ein Schiff nach Nirgendwo

Heute nacht hatte ich einen merkwürdigen Traum. Ich träume, ich hätte eine Reise gebucht, wüsste aber nicht wohin. Dann wohnte ich in einem Hotel und unternahm weite Spaziergänge in die nähere Umgebung. In dieser Reise waren Besichtigungstouren im Preis inbegriffen. So landeten wir irgendwo an einem Ort ohne Namen und ebenso unerklärlich und plötzlich befand ich mich auf einem Schiff und schaute durch ein Panoramafenster nach drausen. Das, was ich sah, gefiel mir ausserordentlich gut: eine weite schäumende See mit Schaumkronen und in der Ferne ein schmaler Streifen Land.
Schöner Anblick, doch wohin ging die Reise? Ich befragte einen vorbeieilenden Kellner, doch der gab nur eine vage Antwort, als wüsste er es selber nicht. Ich war überzeugt, dass ich mich auf dem falschen Schiff befand und einige andere Leute stimmten mir zu. So überredeten wir den Kapitän des Schiffes, uns auf einem Ersatzschiff zum Ausgangsort zurück transportieren zu lassen.

An dieser Stelle unterbrach sich mein Traum, denn ich hatte ein dringendes Bedürfnis, machte die Nachttischlampe an und sah meinen Hamster im Laufrad wetzen. Er kam auch gleich raus, um mit mir zu kommunizieren, doch dazu war ich zu müde, verabreichte ihm einen Sonnenblumenkern und wankte auf die Toilette.
Hinterher versuchte ich meinen Traum weiterzuträumen, denn ich wollte doch gerne wissen, wie er enden würde, aber es funktionierte nicht.

Heute morgen dachte ich dann beim Kaffeetrinken darüber nach. was das wohl alles zu bedeuten hatte. Irgendwie erinnert mich mein Traum an einen Roman von Franz Kafka. Da wissen die handelnden Personen auch nicht, was die Ereignisse in ihrem Leben bedeuten. Unerklärliches geschieht, ohne dass sie je das Wie und Warum erfahren.

Früher habe ich Kafka nie verstanden, seine Romane deprimierten mich auch. Aber in letzter Zeit geht mir immer mehr auf, welche Tiefe doch in ihnen steckt.

Aber meinen Traum verstehe ich immer noch nicht.

Montag, 9. November 2009

Langweilig

Wenn ich morgens Nachrichten im Radio höre, vom Bau neuer Autobahnen, neuer Einkaufszentren und dass an den folgenden drei Sonntagen die Läden in der Innenstadt auch Sonntags geöffnet haben, muss ich gähnen, denn nichts ist mir gleichgültiger.
Nun ja, die welt ist ein Konsumtempel, in der unaufhörlich neue Bedürfnisse künstlich erzeugt werden, damit entsprechende Geräte, die dann dieses Bedürfnis befriedigen, gekauft werden. Was aber, wenn die Leute kein Geld dafür übrig haben oder auch kein Interesse? Ihnen reich es vielleicht, dass ihre Grundbedürfnisse, die darin bestehen, dass sie ein Dach über dem Kopf haben, genug zu essen und eine warme Heizung im Winter, genug sind. Manch einem armen Menschen werden nicht einmal diese Grundbedürfnisse gestillt. Dann gibt es ja auch noch ein Grundbedürfnis nach Kommunikation, nach sozialem Zusammenhalt. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, bedarf es keines grossen Aufwands, aber da sich damit kein Geld verdienen lässt, kommt es in Demokratien, deren Daseinssinn darin besteht, ein Konsumtempel zu sein, oft zu kurz.
Also, wenn ich die Nachrichten mitsamt meinem Kaffee zu mir genommen habe, bin ich gleich wieder müde.
Und da in mir soviele Zitate und Gedichte herumschwirren, fällt mir dann auch gleich ein Vers dazu ein, von John Orsborne, aus irgendeinem seiner Dramen:
Was gehts mich an, was kümmert mich das Ganze 
Lasst mich in Ruh, ich hab genug davon
Wozu der Krampf?
Lass die Sorgen zu Haus
Mach dir weiter nichts draus
Liegst du erst im Grab
schaun sie auf dich herab
Na also, was gehts dich denn noch an?


Und dieser Vers entspricht dann so recht meiner Stimmung.

Freitag, 6. November 2009

Nur Mitleid

zu haben, ist eigentlich wenig. In dem Krimi Spiegelblind von Henrietta Pazzo (Ebook) las ich neulich einen Absatz über das Mitleid, das den Menschen sich so gut fühlen lässt, weil er ja dann denkt, wie sensibel er ist und deshalb eigentlich ein guter Mensch. Leider kann ich die Stelle in meinem Ebook nicht wiederfinden, um sie wortwörtlich zu zitieren, da ich sie mir nicht als Lesezeichen markiert habe. Da wusste ich ja auch noch nicht, dass ich darüber in meinem Blog schreiben würde. Aber das Thema des untätigen Mitleids muss mich doch innerlich sehr beschäftigt haben, denn allmählich fing ich an, darüber zu grübeln, warum,ich so oft bloss Mitleid mit irgendjemand und irgendwas hatte und sonst nichts. Sich daraufhin gut zu fühlen, dafür gab es dann eigentlich keinen Grund, solange ich nicht handelte. Man soll natürlich Mitleid haben mit allen misshandelten und umgebrachten Lebewesen, aber oft kann man ja gar nicht helfen, weil das betreffende Lebewesen schon tot ist. Wie zum Beispiel im Falle des armen Babys, (ich weiss nicht mehr aus welcher Region) dessen Eltern ihm einfach nichts mehr zu essen und zu trinken gaben, bis es verhungert und verdurstet war. Wenn ich derartiges lese, kann ich es immer nicht fassen, dass es Menschen gibt, die so etwas fertigbringen und dann noch die eigenen Eltern. Ich stelle mir dann vor, wie das Baby tagelang vor Hunger geweint haben muss, bis es immer schwächer wurde, und wenn ich so darüber nachgrüble, kommen mir manchmal die Tränen, so steigere ich mich hinein. Dem toten Baby kann natürlich keiner mehr helfen, doch zum Glück haben die Monstereltern wenigstens Lebenslänglich bekommen.
Ich versuche also, wenn ich bei Peta lese, dass Robben bei lebendigem Leib das Fell abgezogen wird, wenigstens nicht nur Mitleid zu empfinden, sondern auch mindestens eine Petition an irgendwelche Politiker zu unterschreiben und zu spenden. Da es so ungeheuer viel Elend und Grausamkeit auf der Welt gibt, ist das alles natürlich nur ein Tropfen auf dem heissen Stein, aber wenn viele wenig tun ist es besser als wenn wenige gar nichts tun. Wenn viele viel tun, ist das natürlich am besten.
Ausserdem bewundere ich die Leute, die sich engagiert für gequälte Menschen und Tiere einsetzen.

Na, ich wollte hier keine Predigt zum Wochenende schreiben, sondern einfach nur mitteilen, was mir so durch den Kopf geht.
Und hier erzählen, wie manchmal Abschnitte aus einem Buch mich stark beeindrucken, sodass ich zu einer neuen Einsicht gelange und versuche, auch mein Verhalten danach etwas zu ändern.
Aber ein richtig guter Mensch (was man so darunter versteht) werde ich wohl nie werden, denn mich grenzenlos für andere aufopfern, auch wenn ich dabei draufgehe, das liegt mir wirklich nicht.
Dafür bin ich wohl doch zu egoistisch.

Montag, 2. November 2009

Miesekatze



Mein kitschiges Bild



Dieses kleine Bild  oben auf einer Leinwand 30x30 habe ich gemalt in einem Kurs für Acrylmalen der Vhsch Hamburg. Ich finde es äusserst kitschig, da es eigentlich nicht meine Art ist, so konservativ und in solchen Bonbonfarben zu malen. Da aber in diesem Kurs alle ziemlich "brav und artig" malen und einige sich gar bemühen, ein Foto genauestens abzukupfern, habe ich mich wohl irgendwie angepasst.
Dazu muss ich sagen, dass ich ja am liebsten alleine in meinem Keller (hat Beleuchtung und Heizung, aber keinen Wasseranschluss) vor mich hinmale, während es mich in solch einem Malkurs immer nervös macht, wenn die Dozentin dauernd hinter mir steht, um mir Ratschläge zu geben. Das bringt mich jedesmal aus meiner Konzentration an dem Bild. Unsere Kursleiterin ist zwar ein ungewöhnlich netter Mensch, immer voller Begeisterung für alles, was sie tut. Und sie ist nicht nur Künstlerin, sondern auch Naturschützerin und engagiert sich für den BUND. Ihre Begeisterung stört mich weniger als ihre in meinen Augen übertrieben positive Einstellung zu unseren "Kunstwerken". Da sie selbst viel Geschmack hat, das zeigen mir ihre eigenen Arbeiten, kann ich nicht wirklich glauben, dass sie ehrlich alles so gut findet, was wir produzieren. Aber sie tut so, als ob. Vielleicht, weil sie denkt, dass man so die Leute am besten an sich bindet. Nun ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn man den Leuten Mut machen will, indem man sie lobt. In einem anderen Kurs verfolgte die Dozentin genau die gegenteilige Strategie, sie kritisierte viel mehr als dass sie lobte. Allerdings, so muss ich sagen, malte in diesem Kurs auch keiner nach einem Foto oder brav und artig, es wurden da einfach originellere Sachen produziert. Keine Ahnung, ob es daran lag, dass soviel kritisiert wurde oder daran, dass da von vornherin überaus kritische Menschen teilnahmen. Und die kritische Dozentin, die selbst keinen Widerspruch vertrug, sie war auf ihre Weise ebenso beliebt wie meine jetzige "harmonische" Dozentin.
Bei der ich, glaube ich, doch letztes Mal angeeckt bin, weil ich, als sie mein Bild hochhob, um es den anderen zu zeigen (mit den üblichen Lobesworten) sagte, dass ich es kitschig fände.
Da ich häufig meine (nicht andere) Arbeiten kritisiere, brach sie dann endlich in den Ausruf aus: Du bist ja nie zufrieden, was sollen wir nur mit dir machen...
Ja, da kam ich mir wie eine rechte Miesekatze vor.

Also Leute, ich glaube, ich bin in einem Harmonisierungskurs doch nicht so gut aufgehoben und male vielleicht doch besser allein in meinem Keller.
Andererseite, male ich alleine vor mich hin, bin ich  zwar ungestört, aber es fehlen mir
doch die Anregungen und Vergleiche.

Yep (wie Regina immer schreibt), um es hier mal harmonisch ausklingen zu lassen:
Ich wünsche alles, die hier lesen, eine schöne Woche, mit dem Hintergedanken dabei im Kopf, dass Ihr das Wiederlesen hier nie vergesst.


Diese beiden Bilder entsprechen eher dem, was ich sonst so produziere:.




Dienstag, 27. Oktober 2009

Umfragen austricksen...

Auf der Seite des Literatur-Cafes  habe ich einen interessanten Artikel darüber gefunden, wie man bei Umfragen seine Stimmabgabe manipulieren kann. Das Literatur-Cafe beschreibt den Manipulationsvorgang nicht, um zu kriminellen Handlungen aufzufordern, sondern um zu zeigen, wie wenig glaubwürdig solche Umfragen sind.
Oft werden Umfragen nur gestartet, um die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Webseite zu bringen, die sich durch Werbung finanziert. Es werden beispielsweise Popup-Fenster gesetzt, die man wegklicken muss, um an einer Umfrage teilnehmen zu können. Je länger dann eine Umfrage dauert, umso mehr wird geklickt und umso mehr klingelt dann die Kasse. Am Ausgang der Umfrage sind die Veranstalter nicht interessiert und man könnte denken, dass dann die Umfrage auch reell sein wird. So startet dann vielleicht eine Seite eine Umfrage zum Thema: Wer hat den besten Blog oder Auf wessen Seite findet man die besten Fotos oder Kochrezepte oder es werden gar Awards verliehen für den Blog mit den meisten Besuchern. Ein nettes Spielchen, denkt man und nimmt vielleicht teil.
Das Unseriöse aber daran ist, so weist das Literatur-Cafe nach, dass die Ergebnisse von derartigen Umfragen unglaubwürdig sind.
Aus folgenden Gründen:
Weil nicht sicher ist, dass alle, die an einer Umfrage teilnehmen, auch wirklich nur eine Stimme abgeben. Da jeder bei der Einwahl ins Internet bekanntlich eine IP-Adresse bekommt, so wird beispielsweise bei einer Stimmabgabe die IP-Adresse gespeichert und er oder sie kann kein zweites Mal wählen. Will man seine Stimme ein zweites Mal abgeben, so muss er oder sie sich ein erneut einwählen, um ein zweites, drittes oder viertes Mal jedesmal eine neue IP-Adresse zu bekommen und wieder wählen zu können.
Es gibt noch andere Methoden, um eine Stimmabgabe mehrmals möglich zu machen. Bei einer anderen Umfrage werden zum Beispiel bei der Stimmabgabe Cookies gesetzt und man kann kein zweites Mal wählen. Aber nichts leichter als das, seine Cookies im Browser zu löschen und unzählige Male neu seine Stimme abzugeben.
Im Artikel auf der Seite des Literatur-Cafes kann man sich noch über andere Techniken informieren, mit deren Hilfe Umfragen geschaltet werden.
Aber keine ist sicher, jede Umfrage kann in irgendeiner Weise manipuliert werden.
Und so weist auch das Literatur-Cafe darauf hin, dass sich jeder überlegen soll, ob er an solchen Umfragen teilnimmt.
Zum Artikel