Gestern mal den Nachrichten Feed von BILD.de mit Calibre auf meinen Kindle runtergeladen. (Wenn ich neugierig bin, kenne ich keine Berührungsängste.)
Und wenn Calibre mir ACHTUNDSECHZIG Feeds zur Auswahl anbietet, dann muss ich sie einfach alle ausprobieren. Oder doch fast alle. Denn das Handelsblatt, die Welt der Physik (Bestimmt das Lieblingsblatt von Angela Merkel), die KA-News.de und die Evangelizo.org (was‘n das?) sowie tomshardware (habe ich auch schon mal probiert) interessieren mich gar nicht.
Und hinter manch einem so komischen Namen steckt bestimmt auch ein komischer Inhalt.
Aber die BILD kennt jeder, auch wenn er gar keine Schule besucht hat. So berühmt ist sie. Und vor allem ihre Werbung: BILD bildet, die ist richtig witzig. Doch solange die nix kostet, kann es mir egal sein, ob sie mich bildet oder nicht. Und die Überschriften am Zeitungskiosk les ich ja auch immer ganz umsonst mit und bin dadurch schon gut informiert.
Es heisst ja auch, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Ich lade also die BILD auf meinen Kindle. Und werde gleich fündig und tue etwas für mein Wissen. Denn unter der Rubrik Ratgeber lese ich sie erschütternde Geschichte einer Frau, die sich, natürlich unwissentlich, mit einem Frauenmörder eingelassen hat. Das heisst, er hatte schon einmal eine Frau umgebracht, war dafür zwölf Jahre im Gefängnis gewesen und wurde dann, ohne Vorwarnung, wieder auf die Menschheit losgelassen.
Sie verliebt sich also in den Typ und beginnt eine Beziehung. Denn es ist ja leider nicht so, dass perverse Typen auch irgendwie anders aussehen als gewöhnliche Menschen. Häufig sehen sie sogar gut aus, wirken nett, rücksichtsvoll und sensibel.
Und das ist er. Aber das alles ist nur Tünche und irgendwann blättert auch bei dem Typ der Lack ab. Nämlich genau in dem Moment, wo die Frau, der im Laufe ihrer Beziehung gewisse Eigentümlichkeiten auffallen, Schluss machen will. Da rastet er aus, verschleppt sie aus ihrer Wohnung, vergewaltigt und foltert sie und beschiesst sie mit einer Armbrust.
Schwerverletzt überlebt sie irgendwie das Ganze, gründet später eine Anlaufstelle für Gewaltopfer und schreibt ein Buch darüber.
So wird also die Geschichte in der Bild unter der Rubrik Ratgeber geschildert. Weil nämlich das Buch, das die Frau geschrieben hat, voller Ratschläge ist, wie man sich vor solch gefährlichen Irren schützen kann.
Allerdings haben ihr die eigenen Hinweise nichts genutzt. Weil nämlich der Psychiater, der ihren Typ behandelt hat, ihr schon vorher keine Auskunft über dessen Macken geben wollte und die Polizei, der der Mann bekannt war, hat sie auch nicht gewarnt.
Was aus dem perversen Mörder geworden ist, schildert BILD auch nicht, ich vermute aber mal, dass der ein bisschen Gefängnis bekommt und dann wieder auf die Menschheit, vor allem den weiblichen Anteil, losgelassen wird.
Was ich durch das Lesen dieser Geschichte gelernt habe, weiss ich eigentlich auch nicht recht. Gesetzt ich verliebe mich in einen gutaussehenden, sensiblen Typen, was soll ich tun, um herauszukriegen, ob er ein Mörder ist? Vielleicht, es ihm auf den Kopf zusagen und wenn er dann erschrickt und wegläuft, dann habe ich recht gehabt? Wenn er bleibt, ist er natürlich unschuldig, denn sonst würde er ja weglaufen.
Oder doch nicht?
Ach was, am besten verliebt sich Frau erst garnicht!
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